Berliner Landbote
  • Editorial
  • Aktuell
  • Artikel, Texte
  • Interviews
  • 'LQI'
  • Vermischtes
  • Bilder
  • Impressum
  •  

     

     

     

     



  • 'LQI' - Die Sprache des "Vierten Reichs"

    An dieser Stelle finden Sie eine von Berliner Landbote fortlaufend bearbeitete Sammlung von insbesondere in den letzten 15 bis 20 Jahren häufig zu hörenden Wörtern.
    Die Sammlung verfolgt den Zweck einer Darstellung der 'Sprache des "Vierten Reichs."'
    Mit "Viertem Reich" ist die aus dem faschistischen "Dritten Reich" erwachsene Bundesrepublik Deutschland gemeint.
    Das Kürzel LQI ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben von lateinisch Lingua Quarti Imperii für deutsch 'Sprache des vierten Reichs.'

    Mit dieser Bezeichnung lehnt sich Berliner Landbote an das von Victor Klemperer 1947 veröffentlichte "LTI - Notizbuch eines Philologen" an, wobei LTI hier der lateinische Kürzel für 'Lingua Tertii Imperii' ist, also für die 'Sprache des Dritten Reichs.'
    Klemperer selbst arbeitete nach 1945 die 'Sprache des Vierten Reichs' heraus und bezeichnete sie als "LQI".

    In der stereotypen Wiederholung untenstehender Wörter, bewerkstelligt von großen Verbreitungsagenturen ("Medien"), verbirgt sich die politische Absicht der Beeinflussung.

    In ungeordneter Abfolge führt Berliner Landbote Wörter sowie Terme auf, die nach seinem Dafürhalten der 'Sprache des Vierten Reichs' zugehören. Die Wörter werden jeweilig kommentiert. Die Kommentierung ist mitunter auch satirisch.
    Berliner Landbote

     

    "zukunftsfähig" - Leuten, - ungeheuerlich nicht wenig unter Unternehmern, Redakteuren, Journalisten und Politikern - die diese Vokabel ohne Unterlass absondern und verbreiten lassen, gehörte recht eigentlich noch vor ihrem Frühstück ein Ohrfeigengewitter verabreicht, dass es krachen würde. Mindestens jedoch herzhaft links und rechts eine gewatscht.

    Menschen die "Fähigkeit" zu- oder abzusprechen, zukünftig leben zu können, ist eine Frech- und Unverfrorenheit der besonderen Art. Ausgedrückt wird die Drohung des Ablebens bei Nichtbefolgen von Vorgaben dieser Leute.


    „Wissensgesellschaft“
    -  Die W." ist keine GmbH, noch eine AG, noch etwa eine obskure Geheimgesellschaft. Was aber dann? Was nur weiß die Gesellschaft,  das sie als „W." auszeichnet? Etwa, dass sie dann eins drauf bekommt, wenn sie nicht tut, wie ihr geheißen? Nämlich „arbeiten“ gefälligst?
    So wirds' wohl sein; insofern die Gesellschaft als „W." gut beraten zu sein scheint.
    siehe auch „Arbeitsgesellschaft“


    Arbeitsgesellschaft“ - Ausgedrückt ist nichts als eine 'Gesellschaft der Arbeit.' Besser womöglich als eine Sexgesellschaft, eine Dosenbiergesellschaft oder gar eine Gefängnisgesellschaft? Jedenfalls wieder keine GmbH oder AG.
    Nonsens zuallererst, entsteigt aber fast rätselhaft Normatives (Gebothaftes) dem Wort: Sie, die Gesellschaft, die Bevölkerung recht eigentlich - vorzustellen in unterschiedsloser Gleichheit und damit ganz entschieden nicht als Klassengesellschaft - sei verfallen dem, was „Arbeit“ gemeinhin genannt wird. Arme "A." eigentlich, wird man doch durch Arbeit gar nicht reich.

    siehe auch "Informationsgesellschaft"


    Asylbewerber" – jemand, der mit guten Papieren im Deutschland ankommt, sich flugs um Asyl bewirbt und dieses ebenso flugs auch erhält. Anschließend gut berentet wird, eine Villa kauft und einen Daimler/Chrysler, 12 Zylinder mit Bullengrill fürs Querfeldein im Deutschland.
    Später steckt ihm einer, er habe sich um gar kein Asyl beworben, sondern nur um einen Vorstandsposten bei der IG Farben i.A.. Der nicht besonders erstaunte "A." wird aufgeklärt: Asyl muss man suchen, um Asyl kann man sich gar nicht bewerben, lustig, lustig.


    „Dritte Welt“, die – Vornehmlich von denen, die die „Möglichkeit“ einer „anderen Welt“ reklamieren, erscheint die „dr.W.“ der Weltzählung letzter Schluß zu sein. Der Planet, auf dem seit tausenden Jahren Zweibeinige der Ansprache meist offen gegenüberstehen, muss denen, die sich vorneweg gleich mehreren „Welten“ gegenüber wähnen, eigentlich ganz unwirklich erscheinen. Ein Fall für die Psychiatrie weltweit.


    "Wirtschaftswunder", das - Wunder, wunder über alles, über alles in der Welt, oben fliegen viele Flieger, bomben weg den alten Scheiß, darauf können alle wieder werken, wo viel Arbeit, da viel Geld. Dreist, aber gefühlig für die, die ohne Kenntnis politischer Ökonomie halt an Wunder glauben. (siehe auch Arbeitsgesellschaft)

     
    "Entsorgung", die - Nicht versorgt wird Müll, sondern "entsorgt". Schön für ihn und die 'neue Welt', wenn er so sorglos anschließend dann ist und nicht bloß weggeworfen wurde wie vormals.


    "Informationsgesellschaft"
    , die - in Gestalt und Wahrheit die formierte Gesellschaft.


    Wertegemeinschaft“, die (westliche) – Das arbeitsgesellschaftliche Unwissen über den Unterschied zwischen Wert und Sitte ausnützend, drückt B.R. Deutschland in Eigentlichkeit aus: Club der reichen Länder, die dem Eigentum Wert durch menschliche Arbeitsleistung zuführen mittels fast gestohlenen Rohstoffen und  fast gestohlener Arbeitsleistung aus den Ländern, die nicht dazugehören, respektive den armen. Vormals und in Eigentlichkeit die "Volksgemeinschaft".

     
    "Nachhaltigkeit", resp. "nachhaltige Entwicklung", die - Wenn es darum gehen müßte, der Arbeit die ihr gemäße Geringschätzung entgegenzubringen und deshalb nicht zuletzt weniger Rohstoffe und Energieträger zu benötigen, dann könnte von Ökonomie gesprochen werden, der notwendigerweise auch eine ökonomische Entwicklung vorausginge. 
    Vorerst jedoch wird nur das nachhaltig entwickelt, was sich Ökonomie bloß nennt, in Gestalt und Wahrheit aber irrationaler Verwertungszwang von Kapital ist. Nachhaltig gehört diesem der nicht nachhaltende Absatz von insbesondere Erdölderivaten und Autos zu.


    "Kampf der Kulturen"
    , der - Verhinderter Zusammenprall der Zivilisationen ("Clash of Civilizations" S.Huntington 1996), resp. Memorandum herrschender Unkultur.
    Als ob es keinen Unterschied zwischen Kultur (Essen, Begrüßung, Gespräch etc.) und Zivilisation (Land-, Energiewirtschaft, Verkehr etc.) gäbe.


    "Postmoderne", die - Wo der Faschismus noch vor 60 Jahren war und nicht Postfaschismus herrschen darf. Dafür das Kapital, das es schon richten wird. Ein Jux das nazistische Pogrom, wenns postmodern halt ist.